Oberflächenkondensat auf Fenstern

Im Normalfall haben Fenster eine grössere Wärmeleitfähigkeit als die übrige Fassade, da die Wärmeleitfähigkeit des Isolierglases aus technischen (und preislichen) Gründen nur bis zu einem gewissen Grad gesenkt werden kann.

Im Winter ist die innere Oberfläche des Glases entsprechend kalt und es besteht das Risiko von Oberflächenkondensat (Tauwasser). Gefährdet ist vor allem die Randzone von Isoliergläsern, speziell der untere Scheibenrand. (Siehe Skizze Temperaturverlauf). Die Ursache des Tauwasserrisikos beim Scheibenrand liegt in der Wärmebrückenwirkung des metallischen Randsteges zwischen den Glasscheiben.

Es handelt sich dabei nicht um einen Fehler, sondern um eine ungünstige Eigenschaft der Isoliergläser, welche stand der Technik ist. Der Fensterbauer trägt diesem Umstand bei der Konstruktion Rechnung, indem er den Übergang Glas/Rahmen entsprechend abdichtet.

Nebst diesem konstruktiven Faktor, ist die Bildung von Oberflächenkondensat auch vom Benutzerverhalten abhängig. Einerseits produziert der Benutzer die raumseitige Feuchtigkeit (Personen, Pflanzen, Wäsche, Kochen), andererseits sorgt er durch das Lüften für den Abtransport der Feuchtigkeit. Es muss darauf geachtet werden, dass die relative Luftfeuchtigkeit an einzelnen Bauteilen nicht während längerer Zeit 80% übersteigt, da sich sonst Schimmelpilz bildet, wobei zu beachten ist, dass die mittlere gemessene Raumfeuchtigkeit nicht mit der Feuchtigkeit an den Bauteilen identisch ist.

Der übliche Wert für eine behagliche Raumluftfeuchtigkeit bei 20°C, liegt im Wohnbereich bei 40 – 45%.

i_kondens.jpg (2565 Byte) Taupunkttemperatur in Abhängigkeit der Luftfeuchtigkeit:

(Innentemp. 20°C; Aussentemp. –10°C)

  • Bei 40% Feuchte >> Kondensat ab 6°C
  • Bei 50% Feuchte >> Kondensat ab 9°C
  • Bei 60% Feuchte >> Kondensat ab 12°C

Die Temperatur in der Fläche des Glases liegt bei obigen Bedingungen mit einem k-Wert von 1.2 bei 15.5°C. Im Randbereich liegen sie um einige Grade tiefer.