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Die Idee

Als BauherrIn kann man verschiedene Wege gehen: Entweder wir betrachten eine Liegenschaft als Renditeobjekt mit maximalem Ertrag oder wir beschreiten neue riskante Wege. Ersteres zeichnet sich durch billige Bauweise und Einsparungen aus, das Zweite erntet Kopfschütteln.

Neue Wege bedeuten Risiken, beinhalten aber auch grosse Chancen. Das Risiko besteht darin, dass Mieter sich meist nur für den Preis interessieren und keinen Sinn für Umweltschutz und Gesundheit haben (ausser es sei kostenlos und verlangt keine Eigenleistung). In der heutigen Situation ist es ja auch verständlich, dass alle auf den Preis schauen.

Umwelt und Öko

Es ist wie beim Essen, niemand freut sich, wenn nach stundenlangem Zubereiten das Essen in Rekordzeit verschlungen wird und mit einem knappen "es war gut Liebling" kommentiert wird. Wir haben wirklich an jedem noch so dummen Detail viel Zeit investiert.

Im Mietbau wird selten über die staatlich vorgeschriebenen Grenzwerte hinaus isoliert, wozu auch, es geht hier um die Rendite.

Ganz anders im Eigentumsbau, hier werden die eigene Gesundheit und die Umwelt wesentlich höher bewertet.

Wir haben uns entschlossen, den höheren Standard für unsere Mietwohnungen zu verwenden und in manchen Punkten zu überbieten. Dies ohne Mehrkosten für den Mieter. (Das ist unser aktiver Beitrag zum Umweltschutz).

Einzig den Landpreis konnten wir nicht bestimmen. Aber ökologisch bauen heisst auch nicht irgendwo im "Chrachen" zu bauen, wo jeder auf ein Automobil angewiesen ist. Was nützt es super zu isolieren und Energie zu sparen, wenn auf der anderen Seite mehr Kilometer mit dem Auto zurückgelegt werden müssen.

Wo vorher zwei Familien mit Autos lebten bieten wir jetzt für 2 mal 6 Familien Wohn- und Lebensraum. Das heisst wiederum, dass weniger Grünfläche verbaut werden muss.

Die Lage

7 Minuten zum Hauptbahnhof, 5 Minuten bis zum Grossen Einkaufszentrum Neuwiesen (mit seinem riesigen Angebot), 8 Minuten bis zum Bioladen, eine Minute bis zum Wald oder Sportplatz Schützenwiese, eine Minute bis zur Bushaltestelle.

Schulen, Kindergärten und Altersheime alles ist zu Fuss und entspannt zu erreichen. Ein Auto muss nur noch selten in Anspruch genommen werden.

Besser kann man kaum wohnen, ausser man hat das Glück in der Altstadt mit freier Sicht aufs Meer zu leben.

Kinder

Sind willkommen und erwünscht. Im Haus gibt es ein betreutes Kinderzimmer. Im Garten wird es einen Spielplatz geben und viel Natur zum bauen, entdecken, graben und sich verstecken. (Buch: Gärten für Kinder, Alex Oberholzer)

Im Haus gibt es eine Spielgruppe und ein Kinderhütedienst ist organisiert.

Garten

Die beauftragte Gärtnerei Winkler & Richard AG ist bekannt für Ihre Naturgärten. Es wird einen Sitzplatz mit Grillstelle geben, den erwähnten Spielplatz mit Sandhaufen und natürlich viel Natur.

Schiebetüre

Die ganzgeschossigen Wohnungen im 1. / 2. / und 3. / Obergeschoss können auf Wunsch und gegen Aufpreis mit einer Schiebetüre versehen werden. So entsteht ein zusätzliches Zimmer. So wird aus einer 4 ½ Zimmer Wohnung eine 5 ½ Zimmer Wohnung. Wir haben diese Möglichkeit vorgesehen, die Schiebetüre aber nicht montiert, denn wenn sie nicht gebraucht wird, so bezahlen Sie Fr. 30. - im Monat mehr für etwas, was einfach Platz braucht.

Kein Lift

Ein Lift wäre ein Anachronismus gewesen in einem derartig auf sparsam getrimmten Haus. Vielleicht wird der oberste Bewohner sich ärgern, wenn er oder sie etwas vergessen hat und nochmals hinauf muss. Dafür belästigt der Motor niemanden durch ständiges Brummen und die oberen Wohnungen geniessen eine wirklich schöne Aussicht. Die Nebenkosten bleiben auch kleiner. Dass wir alle Wohnungen derart rasch und vollständig vermieten konnten bestätigt unsere Philosophie. Dennoch haben wir die Möglichkeit einen Lift einzubauen offen gelassen und entsprechend gebaut. 

Keine Tiefgarage

Es war ein zäher Kampf mit der Stadt, aber schliesslich durften wir auf eine Tiefgarage verzichten. Die gute öffentliche Erschliessung und die Nähe zum Bahnhof gibt den Ausschlag, dass pro Wohnung einen Aussenparkplatz genügt. Zudem besteht 30m weiter die Möglichkeit sich in der Tiefgarage der Sulzer einzumieten.

Die daraus resultierende Flut an Fahrrädern haben wir unterschätzt. Wir haben darum einen Velounterstand gebaut. 

K-Wert Berechnung

Für all diejenigen, die sich für so etwas wie den K-Wert interessieren, ist hier die Berechnung unserer Gebäudehülle. Allen anderen sei gesagt, dass das Haus extrem gut isoliert ist. Sie können dies also getrost überspringen.

k-WERT NACHWEIS

der Aussenwand (gemäss SIA 180)
d l k-Wert
Materialien [m] [W/mK] [W/m2K]
Aussenputz 0.020 0.870
Steinwollplatten 0.100 0.040
Dreischichtplatte 0.027 0.120
Ständer / Isofloc 0.230 0.060
Gipsplatten 0.030 0.210 0.149

 

Darstellung Aussenhaut

A 2 Gipsplatten
B Zellulose
C Sparren
D Sperrholzplatte
E Verputz
F Steinwolle

Siehe auch Foto



 

 

Fenster

Durch die niedrige Position der vielen Fenster kommen Sie als BewohnerIn in den Genuss einer nahen Verbindung mit der Aussenwelt. Im Sitzen können Sie entspannt aus dem Fenster sehen und die Welt beobachten. An die Sicherheit der Kinder wurde gedacht.

Atmen

Ein Haus muss atmen. Vor allem wenn es derartig gut isoliert ist, muss darauf geachtet werden, dass der Dampfdruck nach Aussen weichen kann. Alte Häuser hatten diese Probleme nicht, da diese nicht winddicht verpackt waren. Die "frische" Luft bezahlt man mit hohen Energiekosten. In unserem Bau trägt der/die BewohnerIn aktiv dazu bei, wieviel Energie durch Lüften verloren geht. Wir haben auf jeden Fall die Aussenwände ohne Dampfbremse oder Dampfsperre gebaut, damit die Feuchtigkeit kontinuierlich nach Aussen diffundieren kann. Gute Luft ist ein wichtiger Bestandteil für das Wohlbefinden eines Menschen.

High Tech

Wir haben bewusst keine komplizierte Solaranlage eingebaut, da eine ausgezeichnete Isolation wesentlich mehr bringt als Kollektoren. Isolation kostet weniger und braucht keine Wartung.

Dennoch haben wir in der Planung und während der Ausführung des Bauwerkes intensiv den Computer genutzt. Das gesamte Gebäude wurde als dreidimensionales Modell erstellt. Die Energieberechnung, Ausführungspläne und Submissionen wurden vollständig im Computer ausgeführt. All dies ermöglicht es uns, die Kosten für ein Niedrigenergiehaus auf das Mass eines konventionellen Hauses zu reduzieren und gleichzeitig versteckte Mängel, die erst nach Jahren Kosten verursachen, zu eliminieren. (Wir sind auch gespannt, ob es zutrifft, denn es gibt keine Vergleichsbauten).

Sanitäre Einrichtung

Badezimmer

Waschtisch HELIOS

Waschtischmischer ARWA-CLASS

Garnitur CHARME

Badewanne SANIFORM-PLUS Stahl

Bademischer ARWA-CLASS GL

Wandklosett MODERNA UP

 

Duschraum

Wandbecken VIENNA

Waschtischmischer ARWA-CLASS

Garnitur CHARME

Duschenwanne SCHMIDLIN Stahl

Duschenmischer ARWA-TWIN-THERM

Wandklosett MODERNA UP

 

Die Küche

Wir haben bei der Auswahl der Geräte und Materialien lange verglichen. Sie werden überrascht sein. Bei den Geräten konnten wir es nicht lassen, statt den billigsten Standardgeräten, die zur Zeit besten Geräte auszusuchen. Sie werden vermutlich in keiner anderen Mietwohnung eine derart erlesene Auswahl an Küchengeräten finden.

Anschlüsse

Jede Wohnung hat neben Telefonanschluss noch folgende Anschlüsse:

ISDN-Hauszentrale, analog Telefon 
10/100 Mbit RJ45 Netzwerk 
Internetanbindung via 1-Mbit Standleitung entweder vor oder hinter der Firewall, feste IP Vergabe

Sat-Direktempfang DISEQ

Auch hier gilt, wenn Sie die Ausdrücke nicht kennen, können Sie diese getrost vergessen.

Recycling

Ein Haus wird nicht für die Ewigkeit gebaut. Früher war das der Fall. Heute muss der Abbruch mitgeplant werden.

Vor der Auswahl eines Materials haben wir auf deren Recyclierbarkeit oder Entsorgung geachtet.

Dank

Viele Menschen machten es überhaupt möglich, dass diese Bauten erstellt wurden

Vermutlich haben wir irgendwen vergessen. Denen danken wir ganz besonders.